Mein letztes ANgeDACHT für Garmisch-Partenkirchen. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wann wir mit dem ANgeDACHT begonnen haben. Es war vor ziemlich genau sechs Jahren, als mit einem Mal das, was selbstverständlich war, nicht mehr selbstverständlich war. Nämlich Gottesdienst zu feiern. Menschen zu Hause zu besuchen. Damals haben wir gesagt, es muss etwas geben, womit wir die Menschen in unserer Gemeinde dennoch Woche für Woche erreichen. Das war die Geburtsstunde für das ANgeDACHT. Reihum schrieben wir Woche für Woche einen solchen Text, legten ihn in unseren Kirchen aus, stellten ihn im Netz ein und verschickten ihn per Mail. Und so erscheint nun in dieser Woche das 209. ANgeDACHT seit April 2020, von denen nun mit meinem Letzten 94 aus meiner Feder stammen.
Wenn man so auf eine spannende und auch herausfordernde Zeit zurückblickt – manchmal mit Sentimentalität und manchmal mit einem Schmunzeln und auch, das gehört zur Ehrlichkeit dazu, auch mit zuweilen mit weniger guten Gefühlen, sind diese Texte ein Spiegel unserer Zeit und unserer Gemeinde. Es ist gut zu sehen, was uns in den Jahren als Gemeinde miteinander bewegt hat, auch wo es Konflikte gab – wie in jeder guten Familie.
So, und nun sitze ich an meinem neuen Schreibtisch in München und überlege, worüber ich heute schreiben will. Denn eines will ich nicht: Die berühmten famous last words.
Als ich heute Morgen in der Dienstbesprechung in München Losung und Lehrtext vorgelesen habe, mussten wir alle schmunzeln, weil beides so wunderbar zu unserer Situation passte:
Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR.
Jesaja 55,8
Wohlan, die ihr sagt: Heute oder morgen werden wir in die und die Stadt aufbrechen, ein Jahr dort verbringen, gute Geschäfte machen und Gewinne erzielen! Ihr solltet sagen: Wenn der Herr es will, werden wir leben und dies oder jenes tun.
Jakobus 4,13.15
Beides passt nicht nur zur Situation von heute Morgen, sondern auch auf unsere Weltsituation. Und da ist einem dann nicht mehr zum Schmunzeln zu Mute. Die Gedanken, die heute in aller Öffentlichkeit gedacht werden, sind nicht Gottes Gedanken. Und die Wege, die heute in dieser Welt gegangen werden, sind nicht Gottes Wege. Der Lehrtext macht deutlich, dass es nicht um Deals geht, sondern darum, sich dem Willen Gottes anzuvertrauen. Und genau darum geht es, um Vertrauen. Sich Gott anzuvertrauen, seinem Willen anzuvertrauen, bedeutet, der Liebe in dieser Welt Raum zu geben. Und nur diese Liebe führt geraden Wegs zum Frieden. Vertrauen beginnt dort, wo wir lernen, unsere Wege in Gottes Hände zu legen – und die Liebe den weiteren Verlauf bestimmen zu lassen.
Bleibt Gott befohlen
Euer Pfr. Martin Dubberke
Das letzte ANgeDACHT für die Gemeindewoche der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Garmisch-Partenkirchen über Losung (Jesaja 55,8) und Lehrtext (Jakobus 4,13.15) vom 27. Januar 2026
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