Martin Dubberke | Pfarrer

Ein schönes Buch zum Jahreswechsel

Martin Suters „Die Zeit, die Zeit“ ist nun mein erstes Buch, das ich im neuen Jahr ausgelesen, oder besser ausgehört habe. Zum ersten Mal habe ich mich bei Suter ein wenig gelangweilt – zumindest in der ersten Hälfte. Ich wusste nie so recht, worauf es hinauslaufen könnte. Mein Augenmerk galt immer der Frage, wie das Buch nun ausgehen würde, denn das Zeitexperiment, das im Mittelpunkt dieser Geschichte steht, kann ja nicht klappen. Es ist doch eine reale Geschichte. Naja, schon Fiction aber nicht Science Fiction. Wie würde sich diese seltsame, neue Männerfreundschaft entwickeln? Und diese Männerfreundschaft, dieses Zweckbündnis aus Leiden heraus, entwickelte sich und Taler wurde mehr und mehr kriminell, unterschlug horrende Geldbeträge. Konnte ich Anfangs das buch nicht richtig einordnen, wurde es für mich mit der zeit mehr und mehr zu einem feingesponnenen Thriller. So stellte ich mir die Frage, wann das ganze auffliegen würde und wenn es nicht auffliegen würde, warum es nicht auffliegen würde… Zeitweilig war ich mir sehr sicher, dass Peter Taler sich am Ende das Leben nehmen würde. Doch dann endet die Geschichte ganz anders und zu allem Überdruss auch noch vollkommen unerwartet mit dem schönsten Satz des Buches: „Hast Du irgendwo meinen Scheiß Kalender gesehen?“ Das ist Suter pur. Ein schönes Buch für die Zeit um den Jahreswechsel.