Martin Dubberke
Bild | Martin Dubberke

Du bist nicht allein

Gestern schrieb ich, dass die Passionszeit eine gute Gelegenheit wäre, sich mit seinen eigenen Schwächen auseinanderzusetzen und im Gebet Wege zu finden, ihnen zu begegnen oder sie als Stärke zu erkennen.

Das Gebet ist in der Passionszeit sehr wichtig, weil Du Dich oft mit dem Durchhalten Deines Vorhabens und den damit verbundenen Anfechtungen alleingelassen fühlen wirst. Das sind die Momente, wo Du gerne mit jemandem sprechen möchtest. Aber wer redet schon gerne mit anderen Menschen über die Gefahr des eigenen Scheiterns?

Mit Gott kannst Du über alles reden, weil er schon alles von Dir weiß. Aus dem Gespräch mit Gott gehst Du wieder gestärkt und ermutigt heraus, weil Du neue Gedanken und Einsichten gewonnen hast, aber auch die Gewissheit hast: Ich bin nicht alleine.

Das Wissen, nicht alleine zu sein, verleiht Dir Stärke. Auch Jesus wusste sich nicht alleine, als er dem Versucher in der Wüste widerstand. Ihm stärkte Gott den Rücken. Jesus wusste sich von seinem Vater gehalten. Und genauso kann es auch Dir ergehen. Du musst Gott nur vertrauen und sich auf ihn einlassen.

Als mir heute Morgen die Frage durch den Kopf ging, worüber ich meine dritte Passionsnotiz schreiben könnte oder würde, hatte ich keine Idee. Ja, ich erstarrte sogar ein wenig vor der Aufgabe, weil ich mich fragte, ob es nicht ein wenig hochgegriffen war, jeden Tag so eine Notiz schreiben zu wollen. Was mache ich, wenn mir nichts einfallen sollte? – Dann würde ich wohl schreiben, dass mir nichts eingefallen ist. Mir ging dabei zweierlei durch den Kopf. Zum einen: Du hast es versprochen. Und zum anderen: Er wird dich schon auf eine Idee bringen.

Diese Gewissheit, nicht allein zu sein, gibt mir mehr Leichtigkeit und Sicherheit. Und all das erwächst aus der Kraft des Gebets, des Gesprächs mit Gott heraus.

Die Passionszeit ist also auch eine gute Gelegenheit auf andere Weise als sonst, mit Gott ins Gespräch zu kommen, weil wir in dieser Zeit offener für Gott und offener für uns selbst werden, weil das Fasten – was auch immer wir uns vorgenommen haben zu fasten – uns an unsere eigene Grenze führen wird.  Und über diese Grenze mit Gott ins Gespräch zu kommen, ist für jeden einzelnen von uns ein Gewinn.

Passionsnotiz Nr. 3 vom 3. März 2018