Martin Dubberke

Die Sintflut-Taste

Als der Herr sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Trachten ihres Herzens nur Böse war immerdar, da reute es den Herrn, dass er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen, und er sprach: Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis hin zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln unter dem Himmel; denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe. Aber Noah fand Gnade vor dem Herrn. (1. Mose 6, 5-8)

Ist es nicht beruhigend, dass auch Gott Fehler machen und sie einsehen kann? Und wenn er dann meint, diese von der Erde tilgen zu müssen, erinnert es mich ein wenig an die Delete-Taste auf meiner Tastatur, die man drückt, um etwas zu löschen, was nicht gelungen ist und nur das stehen lässt, was gelungen ist. Ebenso, wie nur Noah vor Gott Gnade gefunden hat.

Gut, natürlich ist es deutlich mehr, einmal bei Menschen auf die Sintflut-Taste zu drücken. Aber wir können an der ganzen Geschichte erkennen, dass man nicht einfach mal auf die Entfernen-Taste klicken kann und sollte, damit wieder alles gut wird, sondern mehr dazu gehört:

  • Reue über das Arbeitsergebnis, das böse ausgefallen ist.
  • Kümmernis im Herzen, die aus diesem Umstand heraus resultiert und ein
  • Plan, wie ich das Fitzelchen bewahre, um das Gelungene zu schützen.

So gesehen war die Sintflut so etwas wie eine zweite Schöpfung, ein Relaunch der Schöpfung 1.0.

Es wird aber noch etwas deutlich: Pflanzen, Tiere und alles andere von Gott Geschaffene sind gelungen. Der einzige Fehler im System ist der Mensch. Bedeutet das am Ende, die Welt wäre ohne Menschen besser dran? – Das sollte uns zu denken geben.

Bibellese vom 3. Januar 2019 – 1. Mose 6,5 – 7, 24